1974 in Halle (Saale) geboren
1993 Abitur
1994-96 Arbeit als Fotolaborant
1996-2002 Studium an der Hochschule für Kunst und Design "Burg Giebichenstein" Halle, Fachrichtung Kommunikationsdesign / Schwerpunkt Fotografie, bei Prof. Rudolf Schäfer
2002 Diplom mit der Arbeit "Halle - Schrumpfende Stadt"
seit 2002
-freischaffend tätig
-Dozent an der Fachhochschule Merseburg für digitale Fotografie
-Auftraggeber: DIE ZEIT, GEOLINO, Hannoversche Allgemeine Zeitung, HOSS PR Agentur für Marktkommunikation, KAPPA Kommunikationsdesign
2002 "Halle - Schrumpfende Stadt", Galerie "Sirup" Berlin
2003 "Halle - Schrumpfende Stadt", Bildungszentrum der Konrad-Adenauer-Stiftung, Schloß Wendgräben
"Halle - Schrumpfende Stadt", anlässlich der Tagung des deutschen Feuilletons, Halle
2001 "körpertransparent", Halle
2004 "shrinking cities", Kunstwerke Berlin
Die Stadt Halle an der Saale schrumpft. In den letzten zehn Jahren hat ein Viertel der Bewohner die Stadt verlassen. Die Menschen wollen weg, weil es anderswo schöner ist oder weil sie weg müssen. Ihre Wohnungen werden nicht mehr gebraucht. In manchen Wohngebieten gibt es über 50 Prozent Leerstand; besonders betroffen sind die Neubausiedlungen.
Im Jahr 2001 wurden die ersten Blöcke abgerissen. Das Konzept der Wohnform "Plattenbau" macht die Abrissplanung leicht, man kann sich mit dem Gedanken anfreunden, dass diese Häuser wieder verschwinden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Sie sind nicht für die Ewigkeit gebaut.
Mit dieser Situation müssen die Gebliebenen zurecht kommen. Sie leben normal weiter, zwischen Häuserblöcken, die wie eine Kulisse aussehen mit leeren Fensterhöhlen und zugemauerten Eingängen. Die Heimat verschwindet vor den Augen der Bewohner.
Die Auseinandersetzung mit diesem Prozess beeindruckte mich sehr. Doch wollte ich keinesfalls die übliche Bildsprache der Plattenbaufotografie "grau-trist-einsam" aufgreifen, zumal mir bei meinen Streifzügen das ganze Gegenteil begegnete. Mein Anliegen war nicht, Ost-Nostalgie zu bedienen, sondern den unumgänglichen Abschied vom DDR-Plattenbau mit eindrucksvollen Bildern zu dokumentieren. Ich fand verblüffende Ein- und Ausblicke in den zum Abriss vorbereiteten Plattenbauten; Spuren der letzten Bewohner, die versucht hatten, wenigstens etwas Individualität in das stereotype Wohnumfeld zu bringen.